Das Dilemma der Aus- und Weiterbildner Ein Lösungsvorschlag!

von Prof. Dr. Lothar Schaeffner

Der Bildung gehört die Zukunft, aber gegenwärtig haben wir ganz andere Probleme.

Der Katalog, welche Probleme es sind, ist lang und in der Priorisierung von der aktuellen Lage abhängig. Grundsätzlich sind es auf alle Fälle immer Geld und Zeit und seit einigen Monaten kommt noch die Corona Krise hinzu. Und wenn es gegenwärtig schwierig ist, Weiterbildung aktiv zu betreiben, bleibt das beruhigende Versprechen von allen, man würde diese weiterhin hegen und pflegen.

Selbst Bildungsverantwortliche stecken in diesem Dilemma und folgen dem Muster, vor dem sie warnen. So werden – aus eigenen Erfahrungen - hauptberufliche Erwachsenenbildner von dem Besuch von Weiterbildungsveranstaltungen mit der paradoxen Begründung abgehalten, sie wären für die Gestaltung von Bildungsveranstaltungen verantwortlich und nicht für die Teilnahme an solchen. Häufig führt dies dazu, die eigene Weiterbildung in der Priorität weit nach hinten zu rücken und diese bei einem plötzlich auftretenden Termindruck dem Tagesgeschäft, konkret dem Betreiben von Bildung zu opfern.

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Der Umgang mit Unsicherheit

von Prof. Dr. Lothar Schaeffner

Unsicherheit und der Umgang mit einer solchen kann aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden. Aus der politischen, der ökonomischen, der interkulturellen, der psychologischen und sicherlich auch noch aus anderen, wie z.B. der künstlerischen. Grundlage für alle Erklärungen bietet wohl die psychologische Sicht. Aus ihr sind die anderen Sichtweisen abzuleiten. Ein Schlüssel dafür ist das Verständnis, dass der Umgang mit Unsicherheit ein Persönlichkeitsmerkmal ist, das das Verhalten von Individuen erklärt, aber nicht nur im vereinzelten Sinne, sondern auch als verallgemeinerbares Phänomen für ganz Völker. Dieses verallgemeinerbare Verhalten wiederum ist Gegenstand von interkulturellen Vergleichen wie sie z.B. Gert Hofstede angestellt hat. Solche interkulturelle Vergleiche dienen der sachlichen Analyse von unterschiedlichem Verhalten unterschiedlicher Kulturen bzw. von dem Verhalten von Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund. Solche Vergleiche wiederum können uns die Anforderungen näher bringen, denen wir uns zu stellen haben, wenn wir in einer zunehmend globalisierten Welt handlungsfähig sein wollen. Unsicherheiten nicht nur auszuhalten, sondern sie als Herausforderung zu begreifen, unter Unterschieden nicht zu leiden, sondern sie mit einer gewissen Neugier zu genießen, sind u.a. auch Zielvorstellungen einer gelungenen interkulturellen Erziehung.

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Starke Persönlichkeiten braucht das Land nicht nur in der Regierung auch als Bürger

von Prof. Dr. Lothar Schaeffner

Gerade Krisenzeiten verlangen nach dem starken Mann oder der starken Frau. Sie sollen uns aus der Krise führen. Aber auch die Bürger sollen stark bleiben, um sie auszuhalten.

Doch wer ist als Führungskraft und als Bürger stark?

Als Führungskraft sind es nicht diejenigen, die das Schwert schwingend der Meute vorausdrängend sich brüllend auf einen Gegner stürzen, und als erste im Kampfe fallen, um wenigsten als Märtyrer zu überleben. Es ist nicht der Volkstribun, der letztendlich mehr Getriebener als Treiber ist und im Falle seines Scheiterns gemeuchelt wird. Trotz allen Wissens, dass sich diese Spezies eigentlich überlebt hat, gibt es doch noch genügend Überlebende, und, was noch erschreckender ist, sie haben sich an die Spitze von Regierungen in aller Welt gehievt. Zum Glück jedoch nicht in Deutschland.

Als Bürger sind es diejenigen, die nicht den Volkstribunen oder anderen Formen der schrecklichen Vereinfachung nachlaufen, den Verschwörungstheoretikern, den Sektierern, den politischen Wunderheilern und Quacksalbern. All diese erkennt man sofort daran, dass sie die eine richtige Lösung anbieten, zu der es ihrer Meinung nach keine Alternative gibt, es sei denn man wählt den Abgrund. Dass sie selbst diesem zusteuern und ihr Gefolge mit sich ziehen wollen, sehen sie nicht, weil sie blind sind für all die anderen Möglichkeiten, die es sonst noch gibt.

Wer auf solche Menschen trifft den kann man nur raten, melden sie diese umgehend – und zwar ihrem Verstand.

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Wieviel Bildung brauchen wir?

von Prof. Dr. Lothar Schaeffner

Personalentwicklung und Weiterbildung effizient machen.

Bildung ist zum einen ein Privileg zum anderen aber auch eine Investition. Ein Privileg, das immer wieder dann als ein solches erkennbar wird, wenn man es sich bewusst macht, wie vielen Menschen auf dieser Erde verwehrt ist, sich durch den Erwerb von Wissen und Fähigkeiten die Welt aneignen zu können. Sie ist aber auch eine Investition in die Zukunft, nicht nur im Sinne der technischen Beherrschung dieser Welt, sondern auch zur Gestaltung des Zusammenlebens zwischen den Menschen. Bildung schafft somit den Zugang zur Teilhabe an dem gesellschaftlichen Leben.

Diese unbestritten positive Sicht auf Bildung kann aber auf Dauer nicht den Blick darauf verschließen, dass Bildung Kosten verursacht. Dies nicht nur im materiellen Sinne zur Finanzierung der Bildungsmittel und der dafür erforderlichen sachlichen wie personellen Infrastruktur, sondern auch im ideellen Sinne; kurz: sie fordert von denen, die in den Genuss von Bildung kommen, Anstrengung und z.T. auch Verzicht. Für den potenziellen Teilnehmer aber auch für den Finanzier der Bildungsmaßnahmen, der häufig ein anderer ist als der Teilnehmer, stellt sich somit immer auch die Frage, welcher Aufwand sich in welchem Ausmaße „lohnt“.

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Corona Krise als Chance 4

von Prof. Dr. Lothar Schaeffner

Die Regierenden in der Retter Rolle

In unserem Modul 6, das sich mit den besonderen Situationen bzw. Anlässen befasst, die eine entschiedene Einflussnahme geradezu herausfordern, haben wir auf die Situation der Bedrohung verwiesen und die Akteurs-Rolle eines Retters beschrieben. Dabei ist die männliche Formulierung dieser Rolle nicht von ungefähr. Der Retter, der Held in glänzender Rüstung, ist traditionell männlich besetzt. Deren jüngste Besetzung durch eine Frau, ist, wie nur wenige andere gesellschaftliche Veränderung, ein deutliches Zeichen für die zunehmende Gleichberechtigung in der Geschlechterszenerie. Unabhängig von einer Genderdebatte verleiht die gegenwärtige Krisensituation durch das Corona Virus der Retter Rolle eine geradezu existenzielle Bedeutung. Und die wächst noch, wenn sie noch mit der legitimen Rolle des Repräsentanten oder der Repräsentantin verknüpft ist. Offen bleibt jedoch, wie die Retter Rolle ausgestaltet wird.

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Corona Krise als Chance 3

von Prof. Dr. Lothar Schaeffner

Das Heft des Handelns im Kopf behalten

Auch wenn einem gegenwärtig das Heft des Handelns weitgehend aus der Hand genommen wurde, sollte man es unbedingt im Kopf behalten.

Was für eine schreckliche Erfahrung für viele, plötzlich ausgeliefert zu sein, in seinen eigenen Handlungsmöglichkeiten beschnitten und seiner Aktionsmöglichkeiten beraubt zu sein. So hätten es sich die meisten, die sich angesichts der Hektik des Alltages gewünscht hatten, irgendwann mal eine Auszeit zu nehmen, um durchzuatmen, sich nicht vorgestellt. Auf einmal ist der Wunsch Wirklichkeit geworden, aber auf eine Art und Weise, wie man es bestimmt nicht wollte. Ein erzwungener Stillstand, ein verordnetes Ausdünnen oder sogar Kappen der sozialen Kontakte. Und die Auswirkung ist lähmend.

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